Theaterstücke "Flasche leer"
Ein Theaterstück von Thilo Reffert über die Verdrängungsmechanismen eines Süchtigen und über eine bewegte Trinkerbiografie (für 8. bis 13. Klassen)
Stückbeschreibung Nachbereitung Material

Stückbeschreibung




Klassensituation:
Die SchülerInnen wissen, dass gleich ein Schauspieler kommt, der ihnen die Geschichte eines alkoholkranken Bahnangestellten namens Knut erzählen wird. Aus ungeklärten Gründen ist er aber noch nicht da. Da wird die Tür aufgerissen und der Schauspieler wird in das Klassenzimmer gestoßen.
Es beginnt das Spiel im Spiel.

Inhalt:
Der Schauspieler David Aschinger soll ein Stück mit dem Titel "Flasche leer" zeigen. Er hat als Requisit eine Plastikflasche, in der sich, der Theaterkonvention gemäß, schwarzer Tee als Whisky - Ersatz befinden soll. Er erzählt von der Rolle, die er in dem Stück spielt: Knut, ein Alkoholiker. Er versichert öfter, dass er bald anfangen wird, das Stück zu spielen, stattdessen spricht er über sein eigenes Leben und seine Erfahrungen mit dem Alkohol. So entfaltet sich die Geschichte einer sich immer rasanter entwickelnden Trinker-Karriere.

Es wird klar, dass er das Stück nie spielen wird, dass wir bereits mittendrin in dem Stück sind, dass wir ein Stück über ein nicht gespieltes Stück sehen. Bald ahnen die SchülerInnen, dass sich in der vermeintlichen Teeflasche wohl doch Whisky befindet, denn Achinger wird immer redseliger und seine Bewegungen, vorher genau kontrolliert, werden öfter fahrig und unkontrolliert.
Dennoch versucht er die ganze Zeit, die Fassade aufrecht zu halten, und er versichert dauernd selber kein Problem zu haben, das hätten nur die anderen...
Großspurig stellt er sich als unschuldiges Opfer der Verhältnisse dar und verkauft sich als jemanden, der sein Leben "im Griff" hat.

Dabei erleben die SchülerInnen hautnah den Unterschied zwischen Sein und Schein, eine Trinkerbiografie pur und schonungslos.
Die SchülerInnen werden authentisch mit den verschiedenen Stationen dieses Lebens konfrontiert. Sie erleben leibhaftig mit, was es heißt süchtig zu sein, scheinbar keine Alternativen mehr zu haben und so im Strudel von Alkohol und Lebenslügen zu ertrinken.

Technische Voraussetzungen: keine (übliches Klassenzimmer)
Stücklänge: ca. 40 Minuten

Das Stück "Flasche leer" wurde von Thilo Reffert geschrieben. Alle Rechte liegen beim Merlin Verlag.

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Reflexion und Nachbereitung




In der Auseinandersetzung mit dem Stück dient die Figur David Aschinger nicht nur als abschreckendes Beispiel. Gerade ihre scheinbare Distanz zu der Lebensrealität der SchülerInnen ermöglicht einen lebendigen Zugang zu dem Thema Alkohol. Zunächst bearbeiten wir die Suchtbiografie durch intensives Befragen und "Aushorchen" des Schauspielers durch die SchülerInnen. Dabei kann auch über Lebenssituationen fantasiert werden, die in dem Stück selber gar nicht direkt angesprochen wurden. Wann hat D. Aschinger das erste Mal Alkohol getrunken? Wie war er in der Schule?

Danach wird der Bogen zu den SchülerInnen geschlagen. Welche Erfahrungen haben sie mit Alkohol, wo liegt das Gefährdungspotential. Im weiteren Verlauf sollen die SchülerInnen herausfinden, in welchen Situtionen sie (oder Freunde von ihnen) zu alkoholischen Getränken greifen. Diese Situationen werden gesammelt, untersucht und nach Handlungsalternativen geforscht. Denn eine Abhängigkeit entwickelt sich dort, wo keine Handlungsalternativen zu dem Alkoholgebrauch gesehen und entwickelt werden, der Alkoholgebrauch allein ist nicht das zentrale Problem.


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Material




Flasche leer - Flyer (PDF-Dateien / ca. 4.5 MB)

Flasche leer - Plakat (PDF-Datei / ca. 1 MB)

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